Rhein-Ruhr-Talk

22.01.2020

Herbert Geiss, Deiters GmbH, Frechen

Marktführer für Verkleidungen – eine Erfolgsstory

Herbert Geiss, Deiters GmbH, Frechen, im Gespräch mit unserem Mittelstandsnetzwerk.

Herr Geiss, Ihr Unternehmen ist Marktführer für Verkleidungen. Was genau verbirgt sich dahinter?

Erst einmal die nackten Zahlen. Wir sind mit 31 Filialen mittlerweile bundesweit aufgestellt und damit weit über die Rheinlandgrenzen hinaus bis nach Berlin, Stuttgart und Ulm. Wir haben 2.000 unterschiedliche Kostüme im Angebot und 20.000 verschiedene  Artikel. Wir verkaufen Kostüme für Karneval, Halloween und alle anderen Feieranlässe wie Mottopartys, Junggesellenabschiede, Festivals etc. und natürlich auch Trachten für die diversen Oktoberfeste. Hier in Frechen haben wir vor einigen Jahren das „Größte Karnevalskaufhaus der Welt“ geschaffen. Auf einer Fläche von über 5.000 qm bieten wir hier alles, was das Herz der Jecken und Partygänger begehrt. Ein echtes Einkaufserlebnis. Das gilt abseits der Zahlen aber auch für all unsere Filialen und auch den Onlineshop. Denn wir verkaufen nicht nur Kostüme. Wir verkaufen Spaß und Emotionen, und das 365 Tage im Jahr mit viel Herzblut.

Wie sind Sie bei Deiters als Unternehmer eingestiegen?

2003 habe ich meinem Onkel Reinhold Geiss die Anteile an Deiters abgekauft, noch vor Beendigung meiner dortigen Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Das Unternehmen war vor 17 Jahren noch relativ klein und bestand nur aus einer Filiale für Kostüme und Jahrmarktartikel. Das Unternehmerische hat mich schon in jungen Jahren gereizt und mit dem Karnevalsgeschäft bin ich groß geworden. So bin ich das Wagnis eingegangen, habe dann voll auf die Karte Kostümverkauf gesetzt und den Expansionskurs begonnen, der bis heute anhält.

Wie ist Ihnen die Expansion von Deiters bis heute gelungen?

Wir haben uns zunächst auf das regionale Geschäft mit Karnevalskostümen konzentriert und die Jahrmarktartikel aufgegeben. Dann haben wir uns räumlich ausgedehnt. Heute betreiben wir 31 Standorte in ganz Deutschland mit je nach Saison bis zu 750 Mitarbeitern. Gefeiert wird schließlich nicht nur im Rheinland. Auch in anderen Regionen gibt es Karnevalspartys und eine Feier- und Kostümierungssehnsucht. Die regionale Ausdehnung haben wir flankiert durch die schrittweise Ausweitung unseres Sortiments. Nach und nach haben wir Kostüme für andere Anlässe angeboten. Dazu gehören z. B. Halloween, Oktoberfeste, Junggesellenabschiede und private Mottopartys. Wir schaffen uns auch eigene Märkte, indem wir große Partys in großen Hallen wie z. B. die Lanxess Arena veranstalten, natürlich immer mit einem Motto und einer Verkleidung als Dresscode.

Warum wächst der Bedarf nach Kostümen?

Bei Kostümfesten können die Leute phantasievoll eine begrenzte Zeit dem häufig tristen Alltag entfliehen. Außerdem sind Partys mit Verkleidung spannend und nicht so langweilig. Schnell kommt man mit anderen über das Kostüm ins Gespräch. Wo sonst können Erwachsene noch in andere Rollen schlüpfen und wieder Kind sein?

Wie und wo entstehen Ihre Produkte?

Wir lassen unsere Kostüme in China produzieren. Die Zahlungsbereitschaft in Deutschland für ein hochwertiges Kostüm ist begrenzt. Bei uns liegt die Ausgabe dafür im Schnitt zwischen 30-50 Euro pro Person. Dafür können wir in Deutschland leider nicht produzieren. Unsere chinesischen Lieferanten bieten auch gute Qualität und immer mehr auch kreative Ideen. Sie mussten sich erst einige Zeit an unsere Bräuche wie Karneval gewöhnen. Aber nun läuft es ausgezeichnet. Wir achten bei unseren chinesischen Lieferanten auf die Einhaltung von Qualitäts- und Arbeitsstandards. Ich selbst bin 3-4 Mal pro Jahr dort.

Welche Rolle spielt der Online-Handel in Ihrem Unternehmen?

Noch keine allzu große. Aber stetig steigend. Da können wir uns ja der gesellschaftlichen Entwicklung nicht verschließen. Wir haben einen tollen Online-Shop, setzen aber dennoch eher auf den persönlichen Verkauf in unseren Filialen. Beim Online-Handel sind auch immer die Retouren ein Ärgernis. Sie sind nur schwer zu kalkulieren und reduzieren unsere Gewinnmargen. Aber, wie gesagt, wir sind online dabei und beobachten den Markt genau.

Alle Welt spricht von der Digitalisierung. Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Wir nutzen die Digitalisierung, um unsere Geschäftsprozesse in der Verwaltung und Logistik zu optimieren. Wir haben schlanke Führungsstrukturen und investieren das ersparte Geld lieber in unsere Angebote und in den Kundenservice.

Hier am Standort Frechen haben Sie Ihre Verwaltung und das „Größte Karnevalskaufhaus der Welt“. Warum Frechen?

Wir haben 2012 hier für uns den idealen Standort mit insgesamt 40.000 qm Fläche gefunden. Die Stadt Frechen hat sich sehr um uns bemüht und uns attraktive Konditionen vor den Toren von Köln geboten. Insofern fiel uns der Umzug von Köln hierher nicht so schwer. Unser Standort direkt am Autobahnkreuz Köln West liegt zudem verkehrsgünstig und ist für Kunden und Mitarbeiter gut zu erreichen.

Wir bedanken uns für das Gespräch Herr Geiss

copyright BPF Best Practice Forum GmbH

Ihre Unternehmenspräsentation

Ihr Experteninterview könnte hier auch für 590 Euro (inkl. Redaktion) stehen. 

Dipl.-Betriebswirtin Jutta Peschke

Partnerbetreuung mittelstand-rhein-ruhr.de
jpeschke@best-practice-forum.de  
Fon: 02304-594014

Rhein-Ruhr-Talk

21.02.2020

Georg Verfuß, Verfuß GmbH

Energieeffiziente und smarte Gebäude

Alle Talks

Drucken