Rhein-Ruhr-Talk

04.12.2019

Dr. Frank Brehmer, ITB Ingenieurgesellschaft für technische Berechnungen mbH, Dortmund

Digitaler Zwilling – Innovationen in der Produktion

Dr. Frank Brehmer

Dr. Frank Brehmer, ITB Ingenieurgesellschaft für technische Berechnungen mbH, Dortmund, im Gespräch mit mittelstand-rhein-ruhr.de

Herr Dr. Brehmer, Sie haben kürzlich im Technologiezentrum Dortmund einen Kongress zum Digitalen Zwilling organisiert. Was verstehen Sie darunter?

Viele deutsche Mittelständler aus dem Maschinenbau sind in ihren Nischen seit vielen Jahren Weltmarktführer. Diese Spitzenstellung muss im digitalen Zeitalter aber verteidigt werden. Konzepte wie Industrie 4.0 drehen sich daher um die digitale Fabrik von morgen, wie sie etwa der Pumpenhersteller WILO SE aus Dortmund mit über 200 Millionen Euro Investitionssumme Mitte 2020 fertigstellt. Ein Teil von Industrie 4.0 ist der sogenannte „Digitale Zwilling“. Er ist das informationstechnische Abbild z. B. einer Maschine oder eines gesamten Produktionsprozesses.

Wofür benötigt man denn Digitale Zwillinge?

Mit Digitalen Zwillingen können z. B. Produkte oder Prozesse vor Herstellungsbeginn simuliert werden. Dadurch wird die Entwicklungszeit beschleunigt. Teure Prototypen können entfallen. Digitale Zwillinge ermöglichen auch eine vorausschauende Wartung des Maschinenparks (Predictive Maintenance). Dafür interagieren sie mit ihren physischen Pendants. Maschinendaten werden mittels Sensoren erfasst und in das digitale Modell übertragen.

Kern der Digitalisierung sind Daten. Wie sieht das beim Digitalen Zwilling aus?

Ja, auch dort läuft nichts ohne Daten. Am Anfang steht die Datenerhebung. Sensoren erheben die Maschinendaten. Bei älteren Maschinen müssen daher zunächst die Messvoraussetzungen geschaffen werden. Das bezeichnet man als Retrofitting. Die gesammelten Daten müssen dann z. B. in einer sicheren Cloud gespeichert werden. Darum drehen sich aktuell die Diskussionen um GAIA-X. Durch eine Analyse historischer Daten können dann Prognosemodelle erstellt werden. Neue Technologien wie Virtual Reality oder Augmented Reality bieten schließlich interessante Schnittstellen zwischen Menschen und Maschinen.

Mit freundlicher Genehmigung der SIEMENS AG

Gibt es Netzwerke im Ruhrgebiet, um sich mit dieser Thematik weiter zu beschäftigen?

Unsere regionalen Partner-Netzwerke wie KOSIM (www.ko-sim.de), NEMAS (www.nemas-sw.de), In|Die Region Ruhr (www.regionruhr.de) oder OWL Maschinenbau (www.owl-maschinenbau.de) hatten sich in der Vergangenheit mit Teilgebieten des Digitalen Zwillings auseinandergesetzt. Wir selber wollen mit diesen Netzwerken verstärkt zusammenarbeiten, um hier den ganzheitlichen Blick auf den Digitalen Zwilling zu schärfen.

Das Netzwerk InnoSentriS soll hierfür Schritt für Schritt als Kommunikationsplattform für kleine und mittelgroße Produktionsunternehmen ausgebaut werden. Im Ruhrgebiet gibt es eine Vielzahl von mittelständischen Unternehmen, die vielfältige Kompetenzen in den Bereichen Sensorik, Simulation, Softwareentwicklung sowie Maschinen- und Anlagenbau haben. Dieses Potential müssen wir nutzen!

Gibt es weitere Informationsveranstaltungen für den Mittelstand?

Ja, aufgrund der positiven Resonanz zu unserem Kongress wollen wir weitere Veranstaltungen zum Thema „Digitaler Zwilling“ zusammen mit regionalen und überregionalen Netzwerken anbieten. Für die kommenden Monate sind wir bereits in der Planung für weitere Kongresse, Seminare und Workshops. Sie können sich auf unserer Seite www.digitalerzwilling.net hierzu gerne auf dem Laufenden halten.

Wir bedanken uns für das Gespräch Herr Dr. Brehmer.

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Dipl.-Betriebswirtin Jutta Peschke

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