Rhein-Ruhr-Talk

27.11.2019

Paul Hützen, Personal Training Invictus, Leverkusen

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Paul Hützen, Personal Training Invictus, Leverkusen, im Gespräch mit mittelstand-koeln-bonn.de

Herr Hützen, als Hammerwerfer gehörten Sie von 2009 bis 2015 dem Bundeskader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes an und konnten zahlreiche sportliche Erfolge verbuchen. Wie sind Sie eigentlich zum betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) gekommen?

Noch während meiner Sportkarriere habe ich an der Deutschen Sporthochschule Köln studiert. Nach meinem Bachelor 2014 habe ich meinen Berufsweg als Personal Trainer für Führungskräfte begonnen. Einer meiner Kunden hat mich auf die Idee gebracht, mich näher mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement zu beschäftigen. Er meinte, was für ihn gut sei, wäre auch für gesamte Belegschaft von Vorteil. Bereits nach kurzer Zeit hatten wir schon einige kleine und mittelgroße Unternehmen als Kunden gewonnen. Durch Empfehlungen zufriedener Kunden wachsen wir auch heute noch. Dabei konzentrieren wir uns auf Unternehmen mit 50 bis 250 Beschäftigten.

Was verstehen Sie unter BGM?

Wir möchten durch BGM generell die menschliche Leistungsfähigkeit in den Unternehmen erhöhen. In unserer täglichen Arbeit setzen wir an der Verhältnis- und Verhaltensprävention an. Bei der Verhältnisprävention geht es z. B. um ergonomische Arbeitsplätze, Pausengestaltung oder gesundheitsförderliche Führung. Bei der Verhaltensprävention stärken wir individuell die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hierfür bieten wir z. B. Rückenschulungen, Ernährungsberatung und Seminare zum Stressmanagement an.

Wie gehen Sie konkret vor?

Am Anfang steht die Analyse des Unternehmens. Wir analysieren dabei nach unserem Konzept zum einen die Verhältnisse im Unternehmen und zum anderen individuell die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hierfür haben wir Fragebögen und ein rund 25-minütiges Screening entwickelt. Die Ergebnisse fassen wir in einem Abschlussbericht zusammen, der auch ein auf der Analyse basierendes Maßnahmenkonzept enthält. Bei der Auswahl von BGM-Maßnahmen wirken die Betriebsräte in der Regel mit. Auch Krankenkassen können eingebunden werden. Sie übernehmen dann einen Teil der Kosten. Nach der Umsetzung evaluieren wir in festen Zeitabständen die BGM-Ergebnisse im Unternehmen und bei den Beschäftigten, wodurch wir nachhaltige Erfolge sichern können.

Mit welchen Kosten müssen Unternehmen dabei rechnen?

Analyse und Konzeptionierung können finanziell durch das Land NRW gefördert werden. Diese Förderung nennt sich Potenzialberatung und bezuschusst Beratungen zu 50 % bis maximal 5.000 Euro. Eine erste Analyse und Konzeptionierung kostet bei Unternehmen mit z. B. 100 Beschäftigten zwischen 6.000 und 8.000 Euro. Wir empfehlen, BGM dauerhaft zu etablieren. In dem Fall liegen die Kosten dafür durchschnittlich bei rund 400 Euro pro Person und Jahr.

Rechnet sich BGM für den Mittelstand?

Ja, auf jeden Fall. Nehmen wir als Beispiel ein mittelständisches Unternehmen mit 100 Beschäftigten. Bei den erwähnten 400 Euro pro Person kommen wir auf 40.000 Euro Gesamtkosten pro Jahr. Wenn nun durch BGM-Maßnahmen der durchschnittliche Krankenstand von 15 Tagen pro Beschäftigten und Jahr (bundesdeutscher Durchschnitt) um 30 Prozent oder rund 5 Tage gesenkt werden kann und jeder Fehltag das Unternehmen z. B. 400 Euro kostet, dann ergibt sich eine Gesamtersparnis von 200.000 Euro p. a. Dagegen wirken sich die 40.000 Euro Kosten für BGM-Maßnahmen eher gering aus. Hinzu kommt, dass BGM-Maßnahmen vom Staat steuerlich gefördert werden.

Gibt es weitere Vorteile für Unternehmen?

Ja, ein betriebliches Gesundheitsmanagement fördert die Loyalität der Belegschaft und ist Teil der Förderung einer Work-Life-Balance im Unternehmen. Das gibt Pluspunkte bei potenziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Wir bedanken uns für das Gespräch, Herr Hützen.

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