31.08.2018

Populäre Irrtümer und ihre Auflösung

Richtiges Verhalten im Straßenverkehr

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Wer heute Auto fährt, gerät leicht in die Gefahr, Ordnungswidrigkeiten, womöglich sogar Straftaten zu begehen. Denn die Anforderungen im Straßenverkehr sind hoch und die Vorschriften kompliziert. Mancher Irrtum hat sich in den Köpfen festgesetzt. Was darf man eigentlich, und was nicht?

Geschwindigkeit

Es gibt keine Mindestgeschwindigkeit auf Autobahnen, die eingehalten werden muss. Allerdings dürfen nur solche Fahrzeuge die Autobahn benutzen, deren durch die Bauart bestimmte Höchstgeschwindigkeit mehr als 60 km/h beträgt. Rechts zu überholen ist ausnahmsweise erlaubt, und zwar dann, wenn auf der linken Spur eine Fahrzeugschlange mit maximal 60 km/h fährt. Die darf dann aber nur langsam, mit max. 80 km/h, rechts überholt werden. Bei jeder Geschwindigkeitsbegrenzung muss der Fahrer genug Zeit haben, um entsprechend abzubremsen. Blitzer müssen deshalb in ausreichendem Abstand hinter einem Schild mit Geschwindigkeitsbegrenzung positioniert werden.

Promillegrenze

Autofahrten mit 0,3 bis 4,99 Promille sind nicht generell verboten, können aber wegen „relativer Fahruntüchtigkeit“ bestraft werden, soweit die Einschränkungen auffällig sind (z.B. Schlangenlinien, Torkeln, Lallen, Unfall). Neben dem Verbot der Weiterfahrt wird in der Regel auch ein Fahrverbot verhängt, bei gravierenden Unfällen droht auch eine strafrechtliche Verfolgung. Ein generelles Fahrverbot gilt erst ab 0,5 Promille, außer für Fahranfänger in der Probezeit oder bis Vollendung des 21. Lebensjahres (0,0 Promille). Ab 1,1 Promille liegt „absolute Fahruntüchtigkeit“ vor (bei Radfahrern ab 1,6 Promille). Widerlegungsversuche sind zwecklos, der Führerschein wird für mindestens 6 Monate entzogen.

Smartphones

Jegliche Bedienung des Mobiltelefons bzw. Smartphones mit den Händen ist verboten: nicht nur das Telefonieren (ohne Freisprechanlage), sondern selbstverständlich auch die Benutzung der Tastatur. Barfuß-Fahren im Sommer ist nicht ausdrücklich verboten. Allerdings wird es im Kontext eines Unfalls Ärger mit der Versicherung geben, wenn der Fahrer deshalb nicht stabil Gas- und Bremspedal bedienen konnte. Winterreifen müssen nur bei den wintertypischen rutschigen Straßenverhältnissen benutzt werden (Eis, Schnee, Schneematsch). In einem milden Winter sind sie entbehrlich.

Verhalten bei Unfall

Ausnahmsweise ist bei einem Auffahrunfall der Auffahrende nicht schuld, wenn das Auffahren Folge einer Nötigung durch den Vordermann ist. Wer einen Schaden am Fahrzeug eines anderen verursacht, kann nicht einfach einen Zettel mit seinen Kontaktdaten an die Windschutzscheibe oder die Fahrertür klemmen und erstmal weiterfahren. Eine solche Befestigung ist zu unsicher, weil sie sich lösen oder entfernt werden kann. Dann muss sich der Verursacher wegen Unfallflucht verantworten.

Parken

An einer Parklücke hat Vorrang, wer sie zuerst unmittelbar erreicht. Ein Freihalten durch Fußgänger ist nicht erlaubt. Parken vor einer Grundstücksein- oder -ausfahrt ist zwar verboten, Abschleppen auf Kosten des Zuparkers ist aber nur erlaubt, wenn dem Zuparker eine Schadensersatzforderung droht, die höher ist als die Abschleppkosten, oder wenn ein Rettungsweg behindert wird. Hat der Zu- oder Falschparker eine Handynummer und die Rückkehrzeit hinterlassen, so müssen Sie ihn zunächst anrufen und zur sofortigen Entfernung des Fahrzeugs auffordern. Kontrollieren Sie ihren Dauerparkplatz alle vier Tage – die Parkerlaubnis könnte inzwischen eingeschränkt worden sein, z.B. aufgrund einer Baustelle. Nach einer Vorlauffrist von vier Tagen darf Ihr Fahrzeug auf Ihre Kosten abgeschleppt werden. Die Markierung eines Mutter-Kind-Parkplatzes gehört nicht in den offiziellen Verkehrszeichenkatalog – Bußgeld müssen Sie also, anders als beim Parken auf einem Behindertenparkplatz, nicht zahlen.

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