29.05.2018

Steuerrecht aktuell

Bruttolistenpreis bei Importfahrzeugen

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Wer die private Nutzung seines Firmenwagens nach der Ein-Prozent-Regelung versteuert, muss als monatlichen Nutzungsvorteil ein Prozent des Bruttolistenneupreises des Fahrzeuges zuzüglich Kosten für die Sonderausstattung ansetzen. Bei Importfahrzeugen, bei denen kein inländischer Bruttolistenpreis zur Verfügung steht und auch keine anderen bau- und typengleichen Modelle zu Vergleichszwecken herangezogen werden können, darf nach einem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofes der Bruttolistenpreis geschätzt werden. 

Geklagt hatte ein Unternehmer, der einen Ford Mustang Shelby GT 500 Coupé für 78.900 Euro von einem deutschen Autohändler erworben hatte, der das Fahrzeug für 75.999 Euro aus den USA importiert hatte. Da der amerikanische Listenpreis 53.977 Euro betrug, setzte der Unternehmer diesen Wert als Bruttolistenpreis für die Ein-Prozent-Regelung an. Der Bundesfinanzhof schätzte den Bruttolistenpreis anhand des Kaufpreises des Händlers und setzte einen Wert von 75.999 Euro fest.    

Private Zuzahlung bei Firmenfahrzeugen

Arbeitgeber können ihre Arbeitnehmer an den Fahrzeugkosten beteiligen, um die betrieblichen Kosten für den Fuhrpark durch eine übermäßige private Nutzung zu begrenzen. Das gilt sowohl für die Versteuerung der privaten Nutzung nach der Ein-Prozent-Regelung als auch nach der Fahrtenbuchmethode. Arbeitnehmer können wiederum diese Zuzahlungen von ihrem geldwerten Vorteil abziehen und so ihre Steuerlast senken. Dabei dürfen laut Bundesfinanzhof pauschale Kostenbeteiligungen (z. B. 20 Cent pro Kilometer, 200 Euro Monatspauschale) und auch individuelle Zuzahlungen (z. B. Benzinkosten) in Abzug gebracht werden. Allerdings darf der Kostenabzug nicht zu negativem Arbeitslohn oder Werbungskosten führen. Die individuellen Zuzahlungen dürfen den privaten Nutzungsvorteil maximal bis auf 0 Euro senken. 

Minijobs für Familienangehörige

Bei Arbeitsverträgen mit Familienangehörigen schaut das Finanzamt besonders genau hin. Sie werden nur anerkannt, wenn sie wie unter fremden Dritten vereinbart und auch gelebt werden. Ein aktueller Fall vor dem Bundesgerichtshof zeigt, wann ein Mangel an Fremdüblichkeit vorliegen kann. Ein Ingenieur beschäftigte seine Lebensgefährtin als Minijobberin für sechs Stunden in der Woche. Für Botenfahrten bekam sie einen Dienstwagen zur Verfügung gestellt, den sie auch privat nutzen durfte. Die Fahrzeugkosten wurden als Betriebsausgaben angesetzt. Das Finanzgericht schätzte sowohl das Arbeitsverhältnis als auch die Dienstwagenregelung als nicht fremdüblich an und untersagte den Betriebskostenabzug. Der Bundesfinanzhof bestätigte dieses Urteil mit der Begründung, dass die Überlassung eines Firmenwagens an einen Minijobber nicht fremdüblich ist. Da eine umfangreiche Privatnutzung nicht ausgeschlossen werden kann, entstehen für den Arbeitgeber unkalkulierbare Kosten.  

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