04.05.2017

Mitarbeitern mehr Handlungsspielräume geben

Führung durch Vertrauen

Fotolia - Robert Kneschke

Obwohl bekannt ist, dass Vertrauen ein zentraler Erfolgsfaktor im Geschäftsleben ist, sieht die Realität oftmals anders aus. Die Vorgänge in Betrieben werden bis ins Kleinste geregelt, erfasst und in Strukturen gepresst. Man vertraut einem Zertifikat mehr als den Mitarbeitern, Zulieferern und Kunden. Häufig wird schon in kleinen Unternehmen ein unnötiger Wust an Bürokratie eingeführt. Manche stellen sogar ganze Belegschaften unter Generalverdacht und lassen Tausende von Mitarbeitern überwachen. Schenken Sie wieder mehr Vertrauen und geben Sie Ihren Mitarbeitern größere Entscheidungs- und Handlungsspielräume, ganz so wie die Technologiefirmen aus dem Silicon Valley.

Was bedeutet Vertrauen wirklich?

Mitarbeitern und Geschäftspartnern Vertrauen schenken bedeutet, dass Sie den ersten Schritt tun müssen. Sie geben in der Regel zunächst mehr als Sie bekommen. Dieser Vertrauensmechanismus bewirkt, dass sich Mitarbeiter oder Geschäftspartner geehrt und Ihnen gegenüber verpflichtet fühlen. Sie werden dann im Normalfall alles dafür tun, dass sie diese „Vorschusslorbeeren“ nicht unverdient erhalten haben.

Maßnahmen, die Vertrauen schaffen

Um Vertrauen zu schaffen, müssen Sie ein gewisses Maß Ihrer Macht abgeben, d.h. Sie lassen auch ein Maß an Verletzlichkeit zu. Übertragen Sie Ihren Mitarbeitern beispielsweise Aufgaben und schauen Sie ihnen dabei nicht ständig über die Schulter. Schaffen Sie rigide Zeiterfassungssysteme ab, und legen Sie den Fokus eher auf die Ergebnisorientierung. Manche Unternehmen verzichten auf jegliche Zeiterfassung und Urlaubsregelung.

Handlungsspielräume gewähren heißt auch, dass Sie den Mitarbeitern bei Schwierigkeiten nicht sofort das Zepter aus der Hand nehmen. Ebenso sollten Sie Ihren Mitarbeitern soweit vertrauen, dass Sie nicht aus Angst, es könnte etwas schief laufen oder der Betreffende könnte seine Macht missbrauchen, selbst alle wichtigen Schlüsselkunden betreuen. In Deutschland gilt bis heute eine Null-Fehler-Toleranz. Diese Kultur steht im scharfen Kontrast der digitalen Technologieführer, in denen Fehler und Scheitern akzeptiert und Bestandteil der Unternehmenskultur sind.

Jeder Mensch ist anders und arbeitet auch auf eine etwas andere Art und Weise. Akzeptieren Sie das und versuchen Sie nicht, allen eine absolut konforme Arbeitsweise aufzudrängen. Lassen Sie auch Querdenkern eine Chance. Sie sind die Basis für notwendige Innovationen.

Misstrauen erzeugt Misstrauen

Einflussmöglichkeiten abzugeben, macht verletzlich und birgt ein gewisses Risiko. Häufig werden diese Ratschläge deshalb nicht befolgt. In der Realität herrscht vielerorts noch die Maxime „Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser“.

Doch durch eine enge, kontrollierende Mitarbeiterführung können Sie nie das Potenzial der Mitarbeiter voll ausschöpfen. Im Gegenteil: Starke Kontrolle führt zu Missmut. Die Mitarbeiter spüren kein Wohlwollen mehr, die Stimmung kippt. Sie fühlen sich dann automatisch dem Führungspersonal gegenüber auch nicht mehr so stark verpflichtet, und die innere Motivation nimmt ab. Vergessen Sie nicht, Misstrauen ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, durch die sich eine Abwärtsspirale in Gang setzt.

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Petra Hövelborn Business Coaching, Wirtschaftsmediation

Petra Hövelborn
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