30.03.2018

Wie eng Ihre Mitarbeiter sitzen dürfen

Bürogrößen in der digitalen Welt

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Google, Facebook und andere Tech-Unternehmen zeigen es: Das Arbeiten auf engem Raum wird wieder beliebter. Junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten Seite an Seite an langen Tischen in bunten Büros. Das soll den Austausch und die Innovationen fördern. Wer Ruhe haben möchte, setzt sich einen Kopfhörer auf oder geht in einen Extra-Raum. Diese neuen Arbeitswelten kopieren immer mehr deutsche Unternehmen aus der Kreativszene. Doch in Deutschland gibt es Regeln für die richtige Bürogröße.

Grundfläche mit Verkehrs- und Bewegungsflächen

Achten Sie beim Neu- oder Umbau von Büroräumen zunächst auf die Grundregeln der Ergonomie, damit Ihre Mitarbeiter motiviert und leistungsfähig bleiben. Herzstück der Bauplanung ist der Flächenbedarf, wobei neben der Grundfläche auch Höhe, Raumtiefe und Fensteranordnung eine Rolle spielen. Für Architekt und Bauherrn heißt das: Die Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung und die Konkretisierungen in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) sowie in der Bildschirmarbeitsplatzverordnung sollten als Mindeststandards umgesetzt werden. Mehr kann das Wohlbefinden steigern. 

Richtwerte nach ASR 1.2 sind für Zellenbüros 8 – 10 m2 pro Arbeitsplatz, mindestens aber 8 m2 pro Person und 6 m2 für jede weitere Person. Für Großraumbüros ab 400 m2 Gesamtfläche beträgt der Flächenbedarf 12 – 15 m2 pro Arbeitsplatz. Er ist höher, weil mehr Verkehrsflächen sowie Zonierungen und Abstände zur Vermeidung von Störungen mit berücksichtigt werden müssen. Ein guter Anlass übrigens, um darüber nachzudenken, ob Großraumbüros wirklich erforderlich sind, da sie erfahrungsgemäß als belastend empfunden werden. Achten Sie bei der Einrichtung auf ausreichende Bewegungsflächen nach Tiefe und Breite und speziell auf erhöhte Bedarfe von Rollstuhlfahrern.

Lichte Höhe

Die Mindesthöhe für Arbeitsräume beträgt 2,50 m. Ab 50 m2 Grundfläche sind 2,75 m Höhe vorgeschrieben, ab 100 m2 3,00 m und ab 2000 m2 3,25 m. Ausnahmen sind möglich, sofern eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen wurde (ASR 1.2, Kap. 6).

Luftraum und Belüftung

Der Luftraum in Kubikmetern (Grundfläche x Höhe des Büroraumes) sowie die Belüftung sind wichtig, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung für die Mitarbeiter sicherzustellen. Bei sitzender Tätigkeit werden pro Person im Raum 12 m3 benötigt (ASR 1.2, Kap. 7), bei neuen Gebäuden sind 20 m3 empfohlen. Soweit die Lüftung durch Fenster erfolgt, ist auch eine entsprechende Größe und Anordnung der Fensteröffnungen im Verhältnis zur Raumtiefe zu beachten, damit ein ausreichender Luftwechsel erfolgen kann (Details s. ASR A3.6). 

Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter in die Planung ein. Damit kann die Qualität der Arbeitsplätze verbessert und mancher Fehler vermieden bzw. abgestellt werden. 

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