05.06.2018

Die Incoterms

Weltweite Absicherung

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Welche Regeln sind zu beachten, wenn im B2B-Bereich Waren transportiert werden? Wer ist wann für Schäden verantwortlich und welcher Vertragspartner muss sich um die Absicherung kümmern? Bleiben die Güter im Inland und ist nichts anderes vereinbart, gelten grundsätzlich die Vorgaben des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Bei internationalen Transaktionen hingegen ist es ratsam, einen Blick in die „International Commercial Terms“, kurz „Incoterms“, zu werfen. Erstmals in den 1930er Jahren entwickelt und vorgestellt, regeln sie seither einen Großteil des Warenverkehrs auf der Welt.
Da sich die Logistik und die benutzten Transportmittel deutlich gewandelt haben, wurden auch die Incoterms zwischenzeitlich immer wieder aktualisiert. Die momentan gültigen „Incoterms 2010“ traten zum 1. Januar 2011 in Kraft und finden seither Anwendung.

„Im Vergleich zu vorher gültigen Versionen berücksichtigen sie unter anderem neue Freihandelszonen und die voranschreitende Digitalisierung der Branche. Außerdem haben sie bei vielen Punkten für Vereinfachungen und Präzisierungen gesorgt“, erklärt Christa Abels, Transport-Expertin bei LEUE & NILL. Grundsätzlich geht es bei den Vereinbarungen um die Regelung der Kosten- und Gefahrtragung, die mit der Lieferung von Waren verbunden sind. Ob der Verkäufer oder Käufer verantwortlich ist, wird im Detail in elf Klauseln mit Namen wie „CFR“, „DAT“, „EXW“ oder „FCA“ geregelt. Die Abkürzungen stufen die Verpflichtungen von Käufer und Verkäufer ab. Bei „EXW“ beispielsweise wird „ab Werk“ verkauft. Hier muss die Ware vom Verkäufer lediglich auf dem eigenen Werksgelände zur Abholung bereitgestellt werden. Nahezu alle Pflichten und Risiken liegen beim Käufer. „Die andere Seite der Skala markiert die ‚DDP’-Klausel. Hier hat sich der Verkäufer um nahezu alles rund um den Transport und dessen Absicherung zu kümmern und trägt das Risiko alleine“, erläutert Abels. Die Klauseln dazwischen stellen Abstufungen dar, bei denen das Risiko beispielsweise nach dem Verladen der Ware auf einen LKW oder ein Schiff vom Verkäufer auf den Käufer übergeht.

„Unseren Kunden empfehlen wir, einen genauen Blick auf diese Bedingungen zu werfen und die Incoterms 2010 auch für innerdeutsche Transporte zu vereinbaren. Das hat den Vorteil, dass es hier sehr klare und eindeutige Vorgaben bezüglich der Gefahr- und Kostentragung gibt“, erläutert Abels. Zu beachten ist allerdings, so die Expertin, dass die Incoterms 2010 lediglich festlegen, wer die Gefahr und wer die Kosten trägt, beziehungsweise wer einen Versicherungsvertrag abzuschließen hat. Für die Vertragsparteien bindend werden sie erst, wenn ihre Verwendung im Kaufvertrag vereinbart wird. Dort müssen auch weitere wichtige Punkte wie der Kaufpreis oder die Zahlungsabwicklung aufgeführt werden. Weitere Informationen unter www.leueundnill.de/incoterms.

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