27.09.2019

Phasen des Unternehmensverkaufs

M & A-Prozess

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Die Anzahl der Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions) in Deutschland liegt seit 2014 bei rund 2.000 pro Jahr (Statista). Dabei überwiegen Übernahmen durch Kauf. Sie sind für Käufer eine beliebte Möglichkeit, Wachstumsstrategien schnell zu realisieren. Für Verkäufer sind sie aus Gründen der strategischen Portfoliobereinigung oder Nachfolgeregelung sinnvoll. Neben einigen spektakulären Megadeals prägen vor allem Transaktionen mit mittelständischen Unternehmen das Geschehen in Deutschland. Der Kauf oder Verkauf eines Unternehmens ist für die wenigsten Mittelständler eine Routineangelegenheit, weshalb die Einbindung von M & A-Beratern sinnvoll sein kann.

Phase 1: Vorbereitung

  • Erstellung eines aussagefähigen Unternehmensexposés (Memorandum) durch den M&A-Berater. Wenn auch ausländische Käufer angesprochen werden sollen, ist eine englische Version ein Muss. Gerade für mittelständische Unternehmen ist diese Phase recht zeitintensiv, da die Daten in der Regel erst mühsam beschafft und professionell aufbereitet werden müssen.
  • In der Vorbereitungsphase ist es wichtig, Ihr Unternehmen für Käufer attraktiv zu gestalten. So kann z. B. eine Anpassung der Rechtsform (von einer Personengesellschaft zu einer GmbH) unter Umständen notwendig sein. Schaffen Sie klare Organisations- und Leitungsstrukturen. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, Gesellschafterdarlehen zu tilgen. Treiben Sie offene Forderungen ein und löschen Sie komplizierte und langfristige Verbindlichkeiten.
  • Lassen Sie Ihr Unternehmen bewerten, um eine Vorstellung vom erzielbaren Verkaufspreis zu erhalten. International hat sich als Standard-Bewertungsverfahren die Discounted-Cash-Flow-Methode durchgesetzt. Dabei werden die zukünftig erzielbaren frei verfügbaren Cash-Flows mit einem Risikozinssatz auf die Gegenwart abgezinst. Der „Multiple“-Ansatz dagegen ist eine einfache Praktikermethode. Hierbei wird z. B. das Betriebsergebnis mit einem branchenspezifischen Faktor multipliziert.

Phase 2: Ansprache

Die Ansprache von potenziellen Käufern ist die sensibelste Phase. Nach der Erstellung einer Liste der potenziellen Käufer (Long List), werden die Kaufkandidaten anhand verschiedener Kriterien (z. B. strategische Passform, Bonität, Vertraulichkeit) geordnet. Nun entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Berater, welche Unternehmen in der ersten Phase angesprochen werden sollen (Short List). Wichtig hierbei ist, dass nicht nur ein potenzieller Käufer angesprochen wird, sondern dass eine Wettbewerbssituation geschaffen wird. Nach Unterschrift einer Vertraulichkeitserklärung wird das Informationsmemorandum versandt.

Phase 3: Verhandlung und Abschluss

In der dritten Phase werden drei bis fünf ausgewählten Interessenten weitere Informationen zur Verfügung gestellt und anschließend parallel Verhandlungen zum Letter of Intent geführt. Hierin werden die wichtigen Parameter der späteren Transaktion fixiert. Nach der Unterschrift des LOI mit einem Interessenten, der normalerweise für einen gewissen Zeitraum Verhandlungsexklusivität erhält, folgt die Due Diligence.

Diese beinhaltet die sorgfältige Prüfung der Ertrags- und Geschäftslage und der Risiken des Geschäfts sowie der Jahresabschlüsse und dauert abhängig von der Unternehmensgröße drei bis acht Wochen. Für die Entwicklung eines endgültigen Kaufvertrages und die abschließende Unterzeichnung können Sie nochmals mit bis zu acht Wochen rechnen.

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