27.02.2019

Cash Flows und Zinssätze sind entscheidend

Was ist Ihr Unternehmen wert?

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Wenn Sie Ihr Unternehmen z. B. im Rahmen einer Unternehmensnachfolge verkaufen oder ein anderes Unternehmen zur Realisierung von Wachstumsstrategien kaufen möchten, stellt sich immer die Frage nach dem Unternehmenswert. Er ergibt sich aus Sicht eines rationalen Investors (potenziellen Käufers) aus den zukünftig erzielbaren Finanzüberschüssen (Cash-Flows), die einzeln mit einem Risikozinssatz auf die Gegenwart abgezinst und addiert werden. Die Buch- oder Marktwerte Ihrer Grundstücke, Gebäude, Anlagen, Maschinen oder EDV-Systeme sind meist dann relevant, wenn Unternehmen Konkurs gehen oder liquidiert werden.

Cash-flows und Renditeerwartungen

Ihre Aufgabe bei der Unternehmensbewertung ist es daher, die zukünftigen Zahlungsüberschüsse (Cash-Flows) Ihres Unternehmens oder des Kaufobjektes anhand einer plausiblen Unternehmensplanung zu prognostizieren und einen Zinssatz auszuwählen, der den marktüblichen Rendite- und Risikoerwartungen entspricht. Mit diesem Zinssatz, der den Eigenkapitalkosten entspricht, zinsen Sie die prognostizierten Cash-Flows auf die Gegenwart ab. Man nennt das auch Diskontierung, das Verfahren daher „Discounted Cash-Flow“.

Bei der Festlegung der Eigenkapitalkosten müssen Sie die unterschiedlichen Risiken einzelner Geschäfte berücksichtigen. Höhere Geschäftsrisiken erfordern also einen Risikoaufschlag. Eine in der Finanzwelt gängige Methode zur Ermittlung von risikoangepassten Kapitalkosten ist das Capital Asset Pricing Model (CAPM). Es wurde ursprünglich für die Bewertung von börsennotierten Unternehmen entwickelt. Die Grundprinzipien des CAPM sind aber auch für mittelständische Unternehmen interessant.

Hebelwirkung des Diskontierungszinssatzes

Die Höhe des Eigenkapitalkostensatzes beeinflusst in hohem Maße den Wert Ihres Unternehmens. Je höher der Zinssatz und damit die gewählte Risikoprämie, desto niedriger ist der Unternehmenswert. Die einfache Multiplikator-Formel verdeutlicht diese Prinzipien:

  • Angenommen, Ihr Unternehmen erzielt einen jährlichen freien Cash-Flow von 250.000 Euro und Ihre persönliche Renditeerwartung ist zehn Prozent, dann ist der Wert Ihres Unternehmens in dieser vereinfachten Annahme 2,5 Millionen Euro (100/10 x 250.000). Dieses Verfahren nennt man "ewige Rente", da die Überschüsse als konstant bleibend angenommen werden.
  • Erhöhen Sie nun Ihre Renditeforderung auf z. B. 20 Prozent, dann sinkt der Unternehmenswert auf 1,25 Millionen Euro (100/20 x 250.000).
  • Schrauben Sie jedoch Ihre Renditeerwartung auf fünf Prozent herunter, steigt der Unternehmenswert auf fünf Millionen Euro (100/5 x 250.000).

Diese einfache Daumenregel gibt Ihnen erste Anhaltspunkte. Besser ist es jedoch, wenn Sie die zukünftigen Cash-Flows für Dritte plausibel nachvollziehbar aus einer Unternehmensplanung ableiten. Planen Sie zumindest die ersten drei bis fünf Jahre sehr genau Ihre Erlöse und Kosten. Natürlich können Sie in Verkaufsverhandlungen unterschiedlicher Meinung über die Planungsprämissen sein. Die Unternehmensbewertung bildet die Basis für Gespräche. Tatsächliche Preise ergeben sich am Ende von Verhandlungen, wenn eine für beide Parteien akzeptable Win-Win-Situation gefunden ist.

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