10.07.2017

Damit der Preis stimmt

Bieterverfahren bei Immobilien

© marcus_hofmann - Fotolia.com

Als Verkäufer einer Immobilie stehen Sie vor einer schwierigen Entscheidung: Zu welchem Preis sollen Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung anbieten? Das Bieterverfahren nimmt Ihnen die Preisfindung ab. Hier erfahren Sie wie.

In Deutschland werden Immobilien überwiegend noch zum Festpreis angeboten. Die Vermarktung startet in der Regel mit einem hohen Preis, der abhängig von der Nachfrage gesenkt wird, um sich so dem höchstmöglichen Preis schrittweise zu nähern. Beim Bieterverfahren hingegen legt nicht der Verkäufer den Preis fest, sondern die Kaufinteressenten geben Gebote ab. Bieterverfahren sind – wie Versteigerungen – Preisfinder: Im Gegensatz zur Auktion sind sie aber nicht rechtlich bindend, weder für den Verkäufer noch für den Käufer.

Ablauf

  1. Sie oder der von Ihnen beauftragte Makler erstellen ein aussagekräftiges Exposé.
  2. Der beauftragte Makler bietet die Immobilie an – unter seinen Kunden, in regionalen und/oder überregionalen Zeitungen sowie auf Internetportalen. In der Annonce fehlt jedoch der Preis. Stattdessen finden sich dort Formulierungen wie "Nennen Sie uns Ihre Preisvorstellung" oder "gegen Höchstpreis". Möglich ist auch die Angabe eines Mindestgebots.
  3. Alle Kaufinteressenten werden zu einem gemeinsamen Besichtigungstermin eingeladen. So kann sich jeder vor Ort ein eigenes Bild von der Immobilie verschaffen. Zum Besichtigungstermin können Sie auch Handwerker und Sachverständige einladen, an die sich die Kaufinteressenten – neben Ihnen und dem Makler – mit Fragen wenden können.
  4. Innerhalb einer zwei bis drei Wochen dauernden Bietefrist können die Interessenten anschließend schriftlich Ihre Gebote für die Immobilie abgeben.
  5. Nach Ablauf der Frist entscheiden Sie, ob und wenn ja, welches Angebot Sie annehmen.
  6. Erst mit Abschluss des notariellen Kaufvertrags verpflichten sich Käufer und Verkäufer zur Zahlung des Kaufpreises beziehungsweise zur Übertragung des Eigentums.

Vorteile

  • Über das Bieterverfahren können Sie den Verkauf Ihrer Immobilie innerhalb weniger Wochen abwickeln.
  • Über den Wettbewerb zwischen den Kaufinteressenten erzielen Sie einen marktgerechten Verkaufspreis.
  • Mit dem Bieterverfahren sprechen Sie viele Interessenten an und erzeugen mehr Aufmerksamkeit als durch ein herkömmliches Festpreisangebot.
  • Sind Sie nur am Wert Ihrer Immobilie interessiert, lässt sich über dieses Verfahren ein realistischer Marktwert ermitteln.

Nachteile

  • Das Bieterverfahren führt nicht zwangsläufig zum Verkauf Ihrer Immobilie. Die abgegebenen Angebote können Ihnen zu niedrig sein, aber auch der Käufer kann noch abspringen.
  • Bei einem Sammelbesichtigungstermin ist immer ungewiss, wie viele Personen tatsächlich erscheinen. Auch lockt das Verfahren Schnäppchenjäger an, die keine ernsthaften Angebote abgeben.
  • Der Wettbewerb kann Interessenten überfordern.

Das Verfahren eignet sich besonders für ...

  • renovierungsbedürftige Immobilien in guter Lage. Für solche Objekte ist das Interesse zwar in der Regel groß, doch weichen die Marktwert-Einschätzungen häufig stark voneinander ab.
  • schlecht verkäufliche Immobilien. Sie ziehen durch ein Bieterverfahren mehr Aufmerksamkeit auf sich.
  • Immobilien, die verkauft werden müssen, weil der Verkäufer zeitnah Liquidität benötigt.

Hinter einem Bieterverfahren steckt viel Erfahrung. Beauftragen Sie mit dem Verkauf Ihrer Immobilie deshalb einen erfahrenen Immobilienmakler.

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