03.05.2019

Betriebsübergabe kompetent regeln

Finanzierung von Unternehmensnachfolgen

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Nach Schätzungen des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) müssen bis 2022 jedes Jahr rund 30.000 Unternehmensnachfolgen geklärt werden. Die meisten davon sind notwendig, weil die Gründer in den Ruhestand gehen. Mit 53 Prozent sind interne Familienlösungen die beliebteste Form der Nachfolge. Finden sich keine geeigneten Nachfolger in der Familie, sind externe Lösungen notwendig. Das sind nach IfM-Zahlen mit 29 Prozent der Verkauf des Unternehmens an externe Personen (MBI – Management-Buy-In) und mit 18 Prozent an eigene Führungskräfte und Mitarbeiter (MBO – Management-Buy-Out). Im Rahmen der Unternehmensnachfolge sind viele strategische, rechtliche, aber auch finanzielle Möglichkeiten zu klären.

Finanzierungsvolumen bestimmen

Ob MBI oder MBO – als Käufer stellen sich Ihnen zwei Aufgaben: die richtige Bewertung und die passende Finanzierung. Bei beiden Aufgaben stehen Ihnen Finanzierungsexperten mit Rat und Tat zur Seite. Beachten Sie vor allem, dass Sie nicht nur den final verhandelten Kaufpreis zu finanzieren haben, sondern auch die Honorare für Notare und Berater sowie notwendige Sachinvestitionen und Betriebsmittel für die Übernahmephase. 

Finanzierung durch Käufer und Verkäufer

Ideal ist es, wenn Sie die Finanzierung selbst auf die Beine stellen können. Das gelingt jedoch nur in den seltensten Fällen. In der Regel müssen Sie weitere Eigenkapitalgeber mit einbinden: Privatpersonen (Business Angels), Eigenkapitalgesellschaften oder Unternehmen, die z. B. ein strategisches Interesse haben. In jedem Fall, so unsere Empfehlung, sollte Ihr Eigenanteil mindestens zwischen 15 und 20 Prozent liegen.

Auch die Verkäufer können Ihnen bei der Finanzierung helfen, indem Sie ganz oder teilweise auf die Auszahlung des Kaufpreises in einer Summe verzichten:

  • Können Sie mit dem Verkäufer einen schrittweisen Verkauf der Anteile vereinbaren, strecken Sie den Kapitalbedarf über die Zeit.
  • Über ein nachrangiges Verkäuferdarlehen inklusive Earn-out-Klausel lassen Sie den Verkäufer am späteren Erfolg Ihres Unternehmens partizipieren.
  • Oder Sie räumen dem Verkäufer als Kaufpreisersatz wiederkehrende Leistungen (Rente) ein. Dann ist der Verkäufer allerdings auf Ihre Leistungen angewiesen.

 

Profis einschalten

Der Kauf und Verkauf eines Unternehmens ist sehr komplex. Die vielen unterschiedlichen Interessen auf der Käufer und der Verkäuferseite müssen zusammengebracht werden. Planen Sie für den gesamten Prozess einschließlich einer Due-Diligence einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten ein. M&A-Berater unterstützen Sie dabei und prüfen auch die Einbindung von Förderprogrammen.  

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